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Matthias Levy
Marktleitung
Matthias Levy

Schneckenbuntbarsche

Schneckenbuntbarsch: Der Fisch im Schneckenhaus

Schneckenbuntbarsch

Diese Mini-Buntbarsche eignen sich ideal für kleine und große Aquarien. Erfahren Sie jetzt mehr über Schneckenbuntbarsche – natürlicher Lebensraum, Fortpflanzung, Fischpflege im eigenen Aquarium & mehr!

Im natürlichen Habitus leben Schneckenbuntbarsche sowohl in Uferbereichen als auch in tieferen Zonen des Tanganjikasees. Die dort endemischen Arten kommen über sandigem oder schlammigem Grund bis in etwa 50 Metern Tiefe vor. 

Schneckenbuntbarsche im Aquarium

Für viele Spezies ist es obligat, dass in ihrem Lebensraum leere Schneckenäuser vorhanden sind. Diese stammen überwiegend von einer Neothauma-Art, die ebenfalls nur im Tanganjikasee präsent ist. Ihre Leergehäuse werden von den Schneckenbuntbarschen als Bruthöhle oder als Rückzugsraum bei drohenden Gefahren genutzt. Tipp: Da diese „Originalwohnungen“ hierzulande selten verfügbar sind, kann der Halter der Mini-Buntbarsche seinen kleinen Lieblingen auch Weinbergschneckenhäuser anbieten, die meist ohne Weiteres akzeptiert werden.

Ein 60 cm Aquarium reicht für die Pflege einer Gruppe Schneckenbuntbarsche bereits aus. Anspruchslose Aquarienpflanzen wie Anubias können gerne mit eingebracht werden. Wichtig für das Wohlergehen der Mini-Barsche ist aber nur das Vorhandensein von genügend Schneckenhäusern und einer ausreichend hohen Sand- oder sehr feinen Kiesschicht. Die Tiere schieben die Gehäuse so lange hin und her – graben sie teilweise ein – bis sie endlich mit deren Anordnung zufrieden sind. Je mehr Schneckenhäuser vorhanden, umso geringer ihre Bauarbeiterambitionen. In der Natur können bei genügender Schneckenhausdichte bis zu 150 Individuen der Fische auf einem Quadratmeter Sandfläche siedeln. Bald werden kleine Reviere besetzt, wobei bei dieser Art Männchen und Weibchen der Buntbarsche getrennte Behausungen bevorzugen.

Pflege & Haltung der Schneckenbuntbarsche

Schneckenbuntbarsche stellen an die Wasserwerte im Aquarium keine gehobenen Ansprüche. Ein härteres Leitungswasser mit leicht alkalischem pH-Wert und einer Temperatur zwischen 24 °C und 27 °C erweist sich als gerade recht. In den meisten Haushalten fließt Wasser dieser Art aus dem Hahn.

In der Natur ernähren sich die meisten Arten von vorbeitreibenden Nahrungspartikeln und Planktonorganismen. Bei der Fütterung im Aquarium gibt es kaum Probleme, denn fast alle nehmen jede Art von Trockenfutter an. Die Gabe von Frost- oder Lebendfutter fördert die Laichbereitschaft und Vitalität der Fische.

Im Freiland benötigen 15 der weiteren  Schneckenbarsch-Spezies partout Schneckenhäuser zur Vermehrung, die übrigen 12 Arten nehmen ähnlich wie Neolamprologus multifasciatus auch mit Spalten und Hohlräumen zwischen dem Gestein vorlieb.

Fortpflanzungsstrategie

Exemplarisch für die Gruppe der Schneckenbarsche folgt eine Beschreibung des Fortpflanzungsverhaltens des Vielgestreiften Schneckenbuntbarschs (Neolamprologus multifasciatus), der nur im Südteil des Tanganjikasees in Tiefen von ca. 10 Metern vorkommt. Die quirlige Art gehört zu den kleinsten Vertretern der Gattung und der gesamten Cichlidenfamilie überhaupt. Die Männchen der Mini-Barsche erreichen keine fünf Zentimeter Körperlänge und Weibchen bleiben sogar fast zwei Zentimeter kleiner.

Das Männchen laicht gleichzeitig mit mehreren Weibchen ab und verteidigt auch deren Reviere gegen Eindringlinge. Bei der Balz lockt das nun etwas dunkler gefärbte Weibchen seinen Partner ans Schneckenhaus und verschwindet zur Eiablage ganz darin. Die etwa 20 Eier werden vom Männchen von außerhalb der Höhle besamt. Nur das Weibchen bewacht das Gelege und fächelt Frischwasser hinein, bis nach gut einer Woche die Jungtiere am Höhleneingang erscheinen.

Die jungen Neolamprologus multifasciatus fressen sofort Artemia-Nauplien. Nach und nach entfernen sich die kleinen Schneckenbuntbarsche immer weiter vom namensgebenden Schneckenhaus, kehren aber flink in dieses zurück, wenn vermeintliche Gefahr droht. Im Artaquarium sind die Jungfische nahezu ungefährdet, da es gewöhnlich nicht zu Übergriffen kommt.