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Matthias Levy
Marktleitung
Matthias Levy

Skalar

Skalar: Der Buntbarsch aus Amazonien

Skalar

Skalare sind leicht zu erkennen. Die Fische wirken anmutig und beeindrucken durch ihre ruhige Art. Allerdings benötigen die südamerikanischen Buntbarsche auch viel Aufmerksamkeit von ihren Haltern.

Für kleinere Aquarien sind Skalare (Pterophyllum scalare) nicht geeignet: Sie werden eher groß und sind außerdem revierbildend. Was Sie noch über die interessanten Skalare wissen müssen, erfahren Sie hier.

Haltung & Ernährung der Skalare

Skalare sehen beeindruckend aus, doch sollte man bedenken, dass man nur halbwüchsige Tiere vor sich sieht. Wenn also überhaupt Skalare eingesetzt werden, die eigentlich für kleinere Aquarium zu groß werden, dann sollte man einiges bedenken. So ist es anschließend nicht mehr möglich, beispielsweise kleinere Neon – die man häufig im Zoofachhandel nicht ausgewachsen bekommt – zu ergänzen, weil diese sofort von den ausgewachsenen Skalaren mit Lebendfutter verwechselt und gefressen werden.

Skalare sind eigentlich keine Raubfische, fressen aber neben Mückenlarven und anderem Lebendfutter auch Fischbrut. Und sie sind auch keine Kostverächter, wenn es um kleinere Fische geht.

Neu eingesetzte Fische reagieren nervös, sie flitzen unkontrolliert im Aquarium herum, ehe sie sich zu einem Schwarm formieren oder sich dem Schwarm alteingesessener Fische angliedern und werden von anderen, größeren Fischen daher oft als Beutetiere angesehen. Hinzu kommt, dass erwachsene Skalare als brutpflegende Buntbarsche ausgeprägtes Revierverhalten zeigen und zusammenpassende Paare einen fortwährenden Kampf um ihr Revier mit verbleibenden Artgenossen führen. Sensible Fische wie Neons oder auch Rotkopfsalmler fühlen sich durch die ständige Unruhe in ihrem Wohlbefinden stark beeinträchtigt.

Skalare zeigen tolles Brutpflegeverhalten

Skalare betreiben Brutpflege. Es bilden sich aus einer Gruppe von Tieren zusammenpassende Paare, die ihr Revier heftig gegen Mitinsassen verteidigen und meistens lebenslang zusammen bleiben. Wenn die Beckengröße nicht entspricht, sodass Ausweichmöglichkeiten oder die Gelegenheit mehrere Reviere zu bilden besteht, kommt es zu bösen "Raufereien", denen letztendlich schwächere Tiere sogar unterliegen. Alle Skalar-Arten (Pterophyllum scalare) benötigen ausreichend große Aquarien, die gut bepflanzt sind und genügend Reviermöglichkeiten bieten. Skalare brauchen außerdem abwechslungsreiches Futter: Es ist unerlässlich, zusätzlich Lebendfutter anzubieten. Auch Frostfutter wird von den Fischen gerne angenommen. Die Wassertemperatur sollte zwischen 26 und 28 Grad Celsius betragen. Da Geschlechtsunterschiede - außer bei ablaichfähigen, erwachsenen Tieren (an der Genitalpapille) - kaum festzustellen sind (Männchen entwickeln oft einen deutlichen Stirnbuckel), wählt man passende Paare aus einer größeren Gruppe von Jungfischen aus, wenn sich erkennen lässt, dass sich zwei Exemplare aus dieser absondern und miteinander harmonieren. Die Aquariengröße spielt hier eine bedeutende Rolle.

Werden mehrere Reviere gebildet, kann man beobachten, dass die Reviergrenzen absolut eingehalten werden. Man droht sich gegenseitig – nähert sich ein Skalar dem Revier eines brutpflegenden oder ablaichwilligen Paares – und verfolgt Eindringlinge bis zur Reviergrenze. Für zwei Skalar-Paare ist mindestens eine Aquariumgrundfläche von 150 x 60 cm nötig. Ein Pärchen Skalare kann bis zu 1000 Eier legen und bei günstigen Wasserverhältnissen auch annähernd soviel Jungfische aufziehen. Damit die Skalar-Eier nicht verpilzen, sollte das Wasser im Zuchtbecken nur eine sehr geringe Härte und einen Leitwert um 150 bis 250 Microsiemens aufweisen.

Entspricht die Wasserqualität, werden Pflanzenblätter (vornehmlich großblättriger Arten wie Echinodorus) oder auch Einrichtungsgegenstände (Steine, Wurzeln etc.) und Glasscheiben von den ablaichwilligen Partnern gemeinsam geputzt. Anschließend wird der Laich vom Skalar-Weibchen abgesetzt und sofort vom Männchen befruchtet. Die klebrigen Eier haften auf der Unterlage. Das Gelege wird von beiden Elterntieren bewacht und mit den Brustflossen "befächelt", damit es ständig von sauerstoffreichem Wasser umspült wird. Verpilzte oder unbefruchtete Skalar-Eier werden aus dem Gelege entfernt und aufgefressen. Junge Paare einigen sich oft nicht über die Brutpflege und fressen ihre Eier  aber auch die Jungbrut  gelegentlich auf. Mit Sicherheit spielt hier auch eine gewisse "Degenerationserscheinung" durch Überzüchtung der Skalare eine große Rolle. Es ist auch bekannt, dass zwei Weibchen miteinander "ablaichen", ein Weibchen „spielt" dabei das Männchen und befruchtet scheinbar die abgelegten Eier des anderen Weibchens. Da diese Gelege aber unbefruchtet sind, verpilzen sie schnell und werden meistens aufgefressen. Dieses "Scheinlaichen" ist oft dort zu beobachten, wo sich passende Partner nicht finden lassen oder gar nur Skalar-Weibchen vorhanden sind.

Ein Trick fördert das Instinktverhalten der Skalare

Um den Brutpflegeinstinkt eines Skalar-Pärchens aufrechtzuerhalten, empfiehlt sich, eine friedfertige Fischart zu vergesellschaften. Sehr gut eignen sich Ancistrus dolichopterus, die auch noch Algen fressen und so für zusätzliche Sauberkeit sorgen. Das Interesse an der Brutpflege wird durch diese vermeintlichen Feinde des Geleges bei den Skalar-Elterntieren aufrechterhalten, die sonst manchmal ihr eigenes Gelege fressen. Wenn die Jungfische einige Tage freischwimmen, sollte man sie sofort in ein eigenes Aufzuchtbecken umsetzen, falls zu erkennen ist, dass das Interesse der Elterntiere an der Brutpflege abnimmt. Im günstigen Falle werden die Skalar-Jungfische von den Elterntieren geführt und im Aquarium bewacht. Vor dem Ansetzen eines Skalar-Zuchtpaares ist unbedingt zu klären, wo die Jungfische später untergebracht werden können! Es muss feststehen, dass der Nachzuchtsegen vollständig an andere Liebhaber oder auch an uns abgegeben werden kann. Erst dann zu klären, wer die Jungfische übernehmen kann, wenn sie bereits im Aquarium schwimmen, ist verantwortungslos.

Andere Buntbarsch-Arten:

Afrikanische Cichliden

Afrikanische Cichliden wie die Malawisee- und Tanganjikasee-Cichliden sind farbenfrohe und robuste Buntbarsche für größere Aquarien. Auch eine starke Wasserbewegung wissen die Fische zu schätzen.

Schmetterlingsbuntbarsch

Der Schmetterlingsbuntbarsch ist ein sehr beliebter Zwergbuntbarsch. Er ist mit seiner glitzernden Erscheinung sehr attraktiv, aber auch anspruchsvoll in der Haltung.

Schneckenbuntbarsch

Die Schneckenbuntbarsche sind als Mini-Barsche sowohl für kleine als auch für große Aquarien geeignet. Sie benötigen leere Schneckenhäuser, die ihnen als Schutz dienen.

Diskusfisch

Der Diskusfisch zählt zu den beliebtesten Aquarienfischen überhaupt: Er wird auch "König der Aquaristik" genannt. Bei der Haltung sollten Sie einiges beachten.