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Matthias Levy
Marktleitung
Matthias Levy

Algen im Aquarium

Zu viele Algen im Aquarium: Häufiges Problem der Aquarianer

Algen im Aquarium

Algen sind ein überaus wichtiger Teil der Biologie in unseren Aquarien und sorgen dafür, dass Nahrungs- und Stoffkreisläufe gut funktionieren. Trotzdem ist ein übermäßiges Algenwachstum unschön und der häufigste Grund, warum Aquarianer ihr Hobby schließlich aufgeben. Was wirklich gegen Algenwachstum hilft, erfahren Sie hier.

Algen waren die ersten Organismen auf unserem Planeten, die aus Sonnenlicht Energie gewinnen konnten. Diesen Blaualgen haben wir zu verdanken, dass wir überhaupt eine Sauerstoffatmosphäre besitzen. Im Laufe der Evolution haben sich Algen in hundertausende Arten aufgegliedert und sind heute immer noch für die Produktion von 40 % des Sauerstoffs verantwortlich. Interessanterweise ist das Chlorophyll in den höheren Pflanzen auf die Einwanderung bzw. Umwandlung von Blaualgen zurückzuführen, sodass wir das Leben, wie wir es heute kennen, fast ausschließlich den Algen zu verdanken haben.

Grünalgen im Aquarium

Grünalgen entwickeln sich erst langsam, später kann es jedoch zu massenhaftem Grünalgenwachstum kommen. Ein Wassertest kann Abhilfe schaffen.

Algen mit Fischen bekämpfen

Algenfressende Fische helfen Ihnen, zu viele lästige Algen im Becken zu vermeiden und halten das Aquarium sauber. Doch welche Arten sind hier geeignet?

Algen mit Garnelen bekämpfen

Nicht nur Fische können beim Sauberhalten des Aquariums helfen. Auch die Amano-Garnele eignet sich hervorragend als Algenfresser.

Der Wert der Algen in biologischen Systemen

Algen binden Nährstoffe, sind eine wichtige Nahrungsgrundlage und produzieren durch die Photosynthese Sauerstoff. In jedem Ökosystem sind sie vertreten und haben wichtige biologische Aufgaben. In unseren Aquarien stehen Algen in direkter Konkurrenz zu den gepflegten Wasserpflanzen, ein Wettbewerb, den man auch in der Natur beobachten kann. In nährstoffreichen Sickerquellen ohne viel Sauerstoff und mit viel Kohlendioxid wachsen Wasserpflanzen sehr gut. In Bereichen, in denen durch zu hohe Sauerstoffgehalte Spurenelemente ausgefällt wurden und der Kohlendioxidgehalt niedrig ist, wachsen Algen besser als Wasserpflanzen.

5 Tipps gegen Algen im Aquarium

Was sind die wirksamsten Mittel bei der Algenbekämpfung? Die Antwort fällt ganz leicht, wenn man sich die Verhältnisse in der Natur anschaut. Ein niedriges Schadstoffniveau, gutes Pflanzenwachstum und ein kontrollierter Fischbesatz machen den Pflanzen das Leben leicht und den Algen schwer.

1. Pflanzendüngung

Konkurrenz durch gut wachsende Wasserpflanzen ist das beste, einfachste und von der Optik her auch schönste Mittel gegen Algen. An erster Stelle ist hier eine ausreichende Düngung durch Kohlenstoff zu nennen. Eine CO2-Anlage sorgt dafür, dass Pflanzen wachsen und Nährstoffe verbrauchen, die sonst den Algen zur Verfügung stehen würden. Auch eine richtige Pflanzendüngung mit Spurenelementen und Nährstoffen, die der Lichtmenge angepasst sein sollte, hilft Wasserpflanzen und reduziert so Algen. Licht, Düngung und die gepflegten Arten müssen zusammenpassen. Wenn viel Licht, langsam wachsende Pflanzen und viele Nährstoffe zusammenkommen, sind Algen immer im Vorteil.

2. Wasserpflege

Regelmäßige Wasserwechsel von 20 % des Volumens alle 14 Tage sind ein wichtiger Baustein in der Algenprophylaxe. Schadstoffe werden verdünnt und gleichzeitig werden frische Spurenelemente mit dem Wasser zugeführt.

 

3. Nährstoffbindung

Die Reduktion von Nährstoffen wie Phosphat und Nitrat ist ebenfalls ein gutes Mittel gegen Algen. Teures Fischfutter hat seinen Sinn, denn hochwertiges Futter wird besser verdaut und weniger Ausscheidungen belasten das Wasser. Man kann sein Aquarium algenfreundlich oder algenfeindlich füttern! Auch Filtermedien, die Stickstoff und Phosphat absorbieren, sind geeignet, Algenwachstum zu reduzieren. Aber besser ist es, das Pflanzenwachstum anzukurbeln. Die beste Algenvorbeugung: ein reduzierter Fischbesatz und damit weniger Futter. Anti-Algen-Präparate sind nur als letztes Mittel zu empfehlen, denn sie schaden nicht nur den Algen, sondern fast immer auch den Wasserpflanzen.

4. Richtig beleuchten

Länger als 10 Stunden sollte die Beleuchtung nicht brennen, da bei längeren Bestrahlungseinheiten die Photosynthesesysteme der Wasserpflanzen abschalten oder sogar Schaden nehmen. Eine Mittagspause von 3 Stunden macht Sinn, da es den Pflanzen hilft, ihren Photosyntheseapparat wieder zu regenerieren. Leuchtmittel, die älter als 1 Jahr sind, sollten ausgetauscht werden. Bitte wechseln Sie bei zweiflammigen Beleuchtungen die Röhren mit einigen Wochen Abstand, damit die Wasserpflanzen sich besser anpassen können.

5. Fressfeinde

Schnecken, viele Garnelen, aber auch einige Fische haben Algen zum Fressen gerne. Empfehlenswert sind die Siamesische Rüsselbarbe oder die Amano-Garnele. Garnelen fressen junge Algen auf Blättern und Dekoration. Zur Scheibenreinigung sind Raspeltechniken gefragt, wie sie z. B. der Pitbull-Otocinclus, der Panda-Algenfresser oder Zebra-Rennschnecken aufweisen.

Welche Algen gibt es in unseren Aquarien?

Blaualgen

Von den vielen tausend Algenarten im Süßwasser fühlen sich nicht alle Gruppen in unseren Aquarien wohl. Die häufig vorkommenden Blaualgen gehören zu den ursprünglichsten Algenarten und sind eher Bakterien als Algen. Sie können Einrichtungsgegenstände schnell mit einer grünlichbläulichen Schicht überziehen. Bei einem Befall mit Blaualgen hilft eine konsequente Dunkelperiode von 5–6 Tagen mit anschließenden 50%igen Wasserwechseln an drei aufeinander folgenden Tagen gut.

Grünalgen

Grünalgen sind vom Stoffwechsel und Aufbau am ehesten mit den höheren Pflanzen zu vergleichen. Die kleinen, grünen Punkte auf Scheiben und Blättern langsam wachsender Pflanzen sind Grünalgen. Auch die langen, fädigen Strukturen oder Polster gehören zu dieser Gruppe, hierbei handelt es sich um Fadenalgen.

Rotalgen

Zu den Rotalgen gehören zwei besonders gefürchtete Vertreter, die aber auch mit den aufgeführten Gegenmaßnahmen reduziert werden können. Bartalgen und Pinselalgen bevorzugen wenig Kohlendioxid und wachsen gerne an Stellen mit stärkerer Strömung, da hier anscheinend die Nährstoffversorgung durch die Strömung besser ist. Bei einer guten Kohlendioxidversorgung lagern die Rotalgen auch weniger Kalk ein (durch biogene Entkalkung), was sie schmackhafter für Algenfresser macht. So kann man Bartalgen und Pinselalgen mit ausreichend CO2 effektiv bekämpfen.

Kieselalgen

Kieselalgen überziehen Steine, Pflanzen und Dekomaterial mit einem bräunlichen Belag. Der Name Braunalgen ist nicht korrekt und sollte daher nicht mehr verwendet werden. Eine starke Nährstoffkonkurrenz durch schnell wachsende Wasserpflanzen und Raspelmäuler als Unterstützung reduziert diese Algenart wirkungsvoll. (Ch. Homrighausen, freunde 4/10)